Ok, ich glaub mein erster Eintrag hat meinen Zwiespalt einigermaßen gut dargestellt. Ich stehe zwischen der Begeisterung für die Möglichkeiten der neuen Welt und der totalen Gereiztheit, weil man überall und immer erreichbar sein muss. Wenn ich beispielsweise nicht ans Handy gehe, dann bekomme ich das von meinen Freunden vorgehalten „Dich erreicht man ja nie!“. Ich gebe zu, ich mache das manchmal mit Absicht, aber nicht weil ich meine Freunde nicht mag. Ich mache das bei fast allen meinen Freunden, ganz egal wer gerade anruft. Deswegen sollte sich niemand persönlich angegriffen fühlen.

Ich gehe nicht an mein Telefon, weil ich manchmal einfach nicht reden möchte – mit niemandem. So geht es mir beispielsweise, wenn ich mich abends mit einem schönen Rotwein vor einen Film setze und für mich sein will. Oder auch, wenn ich gerade an wichtigen Sachen arbeite oder schreibe. Oder, wenn ich einfach nur koche. Es gibt Situationen, in denen will man einfach nicht telefonieren. Ist das so schlimm? Geht es nicht jedem so? Oder, wenn ich mich gerade in einem Café befinde und mit einer Freundin quatsche, dann will ich doch das Gespräch nicht durch ein Telefonat unterbrechen. Naja, vielleicht bin ich da ja eine Ausnahme. Aber ich will mir die Freiheit und die Autonomie nicht nehmen lassen. Ich bestimme in meinem Mikrokosmos!

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